Maximale Dichte im Wohn- und Gewerbeviertel
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Es zieht sich nordwärts dem Rhein entlang, auf seiner Ostseite wird es vom Riehenring, auf seiner Nordseite von der Horburgstrasse begrenzt. Bis 1870 konzentrierten sich die wenigen Häuser in der Gegend des späteren Matthäus-Quartiers entlang der beiden Ausfallachsen, der Klybeck- und der Hammerstrasse. Die erstgenannte führte in das kleine Fischerdorf Kleinhüningen, letztere über die Landesgrenze in die deutsche Nachbargemeinde Weil am Rhein. Bis zum Einsetzen der Bautätigkeit wurde das Gebiet hauptsächlich als Weide- und Ackerland und für private Gärten genutzt. Das Matthäus-Quartier ist eines jener Wohnviertel, welche für die Arbeiterinnen und Arbeiter, die im Zuge der Industrialisierung in die Städte strömten, gebaut wurden. Die gründerzeitlichen Überbauungen schritten zügig voran. Bis zur Jahrhundertwende stand beinahe das ganze Quartier. Das schnelle Vorgehen führte zu einer einheitlichen Bebauung; viele Strassenzüge wurden als Gesamtensemble geplant und gebaut. Ab den 1960er-Jahren wurde dieses Erscheinungsbild der Strassenzüge teilweise zerstört, indem Gebäude abgerissen und häufig durch gesichtslose Neubauten ersetzt wurden. Die Originalbebauung zeichnet sich dadurch aus, dass es neben reinen Wohnhäusern auch sehr viele mit Ladenlokalen oder mit Restaurants gibt. Hinzu kommen zahlreiche Werkstätten, die sich oft in den Hinterhöfen befanden und befinden. Der Charakter eines Wohn- und Gewerbeviertels hat sich im Matthäus-Quartier denn auch bis heute erhalten. Ebenfalls erhalten hat sich die dürftige Ausstattung mit Frei- und Grünflächen. Bei der Überbauung sparte man nämlich nur gerade etwas Platz rund um die Matthäuskirche sowie die Dreirosenanlage an der Nordgrenze des Viertels aus. Letztere wurde unlängst neu gestaltet. Allerdings verfügt das Quartier mit dem Rheinufer über einen wichtigen Pluspunkt bezüglich Freiflächen. Gegen Westen orientiert, eignet sich der alleeartige Untere Rheinweg zum Flanieren und Verweilen. Aufgrund der speziellen Lage erstaunt es auch nicht, dass sich in Rheinnähe tendenziell gehobenere, entweder renovierte oder neuerstellte Wohnbauten befinden. |
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Im nördlichen Bereich des Viertels dagegen wurde zwischen 1994 und 2000 ein Teil der Nordtangente, eine Stadtautobahn, gebaut. Dadurch herrschte in diesem Quartierteil Baustellencharakter und die Anwohnerschaft musste mit mannigfaltigen Auswirkungen der Bautätigkeit fertig werden. Nach Abschluss der Bauarbeiten der im Matthäus-Quartier unterirdisch geführten Autobahn wurde der öffentliche Raum oberhalb des Tunnels begrünt und neugestaltet. Der Verkehr ist aber nicht nur im Bereich der Nordtangente ein Problem. Auch die Häuserzeilen entlang der Hauptachsen Klybeck- und der Feldbergstrasse, die das Quartier durchqueren, sind starken Verkehrsimmissionen ausgesetzt, welche die Qualität des Wohnumfeldes und der Geschäftslage beeinträchtigen. Verschiedene Aufwertungsmassnahmen sollen darum die Attraktivität des Wohnviertels wieder zur Geltung bringen. Insbesondere soll das Angebot an Wohnungen im Matthäus-Quartier durch die Zusammenlegung von Kleinwohnungen und die Errichtung neuer grosser Wohnungen verbessert werden. Denn noch heute weisen über 80 % des Wohnungsbestandes drei oder weniger Zimmer auf. Zwei Überbauungen mit Grosswohnungen wurden bereits realisiert. Zum einen handelt es sich dabei um die Sanierung einer staatlichen Liegenschaft am Bläsiring 40. Dort wurden in grösserem Stil Kleinwohnungen zu Grosswohnungen zusammengelegt. Der Staat erhofft sich, dass dieses Projekt privaten Investoren als Vorbild dient und diese davon überzeugt, ihre Häuser nach dieser Idee zu sanieren. Zum anderen wurde am Riehenring ein Mehrfamilienhaus mit 16 Familienwohnungen zu je vier oder fünf Zimmern erbaut, das überdies im Sockelbereich noch einen Kindergarten und ein Tagesheim enthält. |